Eine Reise ins „Neuland“

20160903_162024Und hier wieder ein Reisebericht von unserem Tourguide Herbert.

Oberbayern empfing uns zu unserer Steiermark Tour mit idealem Bikerwetter. In unserem beliebten Hotel in der Nähe von Rosenheim trafen sich diesmal fast nur bekannte Gesichter. Stammgäste die sich aufmachen wollten mit mir gemeinsam unser neues Ziel im Programm von ALMOTO zu erkunden, die Steiermark. Ein tolles Motorradrevier, wie sich später bestätigen sollte. Zudem gab es diesmal ein Novum: Manuela begleitete uns, auch Sie war neugierig auf unser neues Reiseziel.

Eher gemächlich ging’s los. Gemäß unserer Philosophie ‚Autobahnen vermeiden‘ ging es auf Bundesstraßen und Nebenstrecken nach Salzburg. Entgegen meiner Befürchtungen ging es diesmal ruckzuck durch diese herrliche Stadt. Was war denn mit den Österreichern los? Ich kenne diese Stadt nur mit frustrierendem Dauerstau. Umso besser. Gleich hinter der Stadt wurde es hügelig, es ging ins Salzkammergut. Eine wunderschöne Gegend mit allen Vor- und Nachteilen. Vorteil Nr. 1, es gibt massenweise Seen zum Baden, alle mit reinstem Trinkwasser versehen und wunderschön anzuschauen. Bei unserem ersten Stopp mit Blick auf den weltbekannten Wolfgangsee (das Weiße Rössl lässt grüßen) wurden wir auch gleich mit einem Nachteil konfrontiert: Die spinnen, die Österreicher. Nein, falsch: Die Österreicher sind sehr geschäftstüchtig. Kaum nimmt man Platz auf einer Kaffeeterrasse mit Seeblick, schon kostet der Cappuccino mindestens 5 Euro. Egal, wir wollten es so haben. Wir kamen auch durch Goisern, leider haben wir den Hubert von Goisern nicht gesehen. Die folgende Strecke bis zum Mittagessen in Admont ging schnell vorbei und im Biergarten des Restaurants stellten wir fest, dass sich Rollerfahrer doch irgendwie exklusiver ernähren (Insider).

Hinter Admont wurde es richtig interessant, weil kurviger und ohne Schwerverkehr. Es ging durch das Gesäuse, einer der vielen Österreicher Nationalparks. Dieser ist besonders schön. Atemberaubende Gebirgsformationen, anspruchsvolle Streckenführung, Bikerherz, was willst du mehr? Über die Handlalm nach Leoben kamen wir auch nach Eisenerz. Unübersehbar auch der Erzberg, bereits Kilometer vorher sichtbar. Bekannt wurde der größte Erztageabbau Österreichs durch das in Bikerkreisen bekannte Erzbergrennen. Einmal im Jahr wird hier ein Hillclimbing per Enduro ausgetragen, eines der härtesten Endurorennen weltweit. Kurz vor Kapfenberg wurden wir nicht erkennbar auf die Autobahn geleitet, obwohl das Navi dies eindeutig anders deklarierte. Also, gleich wieder runter, dann noch ein paar tolle Hügel mit super Kurven und schon erreichten wir unser Hotel welches uns die nächsten Tage beherbergen sollte.

Die erste Tour vor Ort sollte uns ins steirische Almenland führen, das sog. Joglland. Diese tolle Hügellandschaft ist ein Motorradrevier par Excellence. Die Gegend erinnert ein wenig an den Südschwarzwald, gibt sie doch nach jeder Kurve einen neuen Ausblick auf die herrliche Landschaft frei. Das schönste dabei: kein Verkehr. Etwas später, die Fahrt über den Wechsel, gut 30 km perfekt ausgebaute Straße, fast autobahnähnlich und trotzdem kaum Verkehr. Warum? Beim Wechsel handelt es sich um die in früheren Jahren bedeutungsvolle Hauptdurchgangsroute zwischen Graz und Wien. Inzwischen ist sie nach dem Bau der fast parallel verlaufenden Autobahn nahezu verwaist. Gut für uns, hier kommen auch mal schwere Tourer, sogar auch Harleys auf ihre Kosten. Schon bald aber ging es wieder ins Kurvengewirr. Etwas später, bei einem Stopp in Veitsch erfuhren wir, dass hier auf dem Ölberg das größte begehbare Holzkreuz der Welt steht, eine Stätte für Pilger. Wir waren aber zum Motorradfahren hier, und so gab es nochmal eineinhalb Stunden Kurven vom feinsten bevor wir uns dem allabendlichen Menü im Hotel widmen konnten. Wir durften sogar die Motorräder im stillgelegten Teil einer großen Tennishalle parken.

Der zweite Tag vor Ort war geplant als Mix zwischen Passstraßen und einem Besuch der Südsteiermark mit Ihren Weinstraßen. Zuerst ging es auf Nebenstrecken nach Deutschlandsberg, dann über die Weinebene kurz nach Kärnten bevor es über den Gaberlpass wieder in die Steiermark zurückging. Eine Straßensperrung zwang uns zur Planänderung was aber nicht weiter schlimm war, wir mussten sowieso in Köflach einen Stopp einlegen weil Petrus unbedingt der Meinung war, er müsse uns kurz duschen. So mussten wir die Hebalm auslassen, dafür befuhren wir als Highlight des Tages die Sausaler Weinstraße. Es gibt in der Steiermark mehrere Weinstraßen, diese ist aber die schönste. Aberwitzige Routenführung, immer auf dem Bergrücken der Weinberge mit herrlichem Blick ins Land. Die anschließende Fahrt mitten durch Graz erwies sich als unspektakulär und war auch schnell erledigt. Kurz noch die Serpentinen nach Semriach hoch, und schon war er vorbei, unser zweiter Fahrtag vor Ort.

Am nächsten Tag hieß es wieder Abschied nehmen von dieser herrlichen Gegend. Da uns der Gaberlpass am Vortag so gefallen hatte wählten wir diesen Pass als erste Herausforderung des Tages, diesmal in der anderen Richtung. Dann hatten wir richtig Glück. Wir konnten dem Flugtag in Spielberg entgehen, schließlich waren für dort 250.000 Besucher angekündigt. Die verkehrsreiche Ost/Westverbindung, die B 96 konnten wir auch recht bald wieder verlassen in Richtung Sölkpass. Eine tolle Passstraße, wenig Verkehr, trotzdem zickte hier in einer Kehre eine italienische Diva (hier keine Namen!). Ein Blinkerglas und ein Handprotektor hatten gelitten, was solls? Alles ersetzbar. Über Schladming, Wagrain und Bischofshofen ging’s zu meiner Lieblingsalm am Zeller See. Ich mag die Aussicht von dort oben, Apfelstrudel mit Schlag und eine tolle Aussicht auf Zell am See. Der Rest war dann schnell erledigt, nochmal in Österreich billig tanken und schon saßen wir wieder im Biergarten unseres Ausgangshotels.

Eine tolle Tour lag hinter uns, die Steiermark wird mit Sicherheit zu einem festen Bestandteil im Programm von ALMOTO. Einfach zu schön sind die Strecken dort. Meine Reisegruppe hat toll harmoniert, ich muss Euch alle loben: Ihr seid tapfer mitgefahren, schließlich war gerade die Heimfahrt eine wahrlich lange Tour. Dazu gelernt haben wir auch. Ein GS Fahrer weiß nun warum man einen Kaugummi erst zu Ende kauen muss um ihn letztendlich loswerden zu können. Wenn man der Kellnerin sagt, man würde sie für einen kostenlosen Ersatz eines umgestürzten Marillenschnapses ins Nachtgebet einschließen so erfuhr ich dass dabei die Hände gefälligst oben zu bleiben haben. Warum eigentlich? Ich weiß bis heute nicht was sie meinte…

Bleibt gesund, fahrt vorsichtig und bis zum nächsten Mal! Ihr fahrt doch wieder mit, oder?

Euer Herbert – Bilder findet Ihr – hier… –

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